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Bremsbeläge und Bremsscheiben wechseln: Diese Warnzeichen sollten Sie nicht ignorieren

Bremsbeläge und Bremsscheiben wechseln: Diese Warnzeichen sollten Sie nicht ignorieren

Marco Kontschar |

Die Bremsanlage gehört zu den wichtigsten Sicherheitssystemen eines Fahrzeugs. Bremsbeläge und Bremsscheiben sind jedoch klassische Verschleißteile und müssen regelmäßig kontrolliert sowie bei Bedarf erneuert werden.

Wie lange Bremsenteile halten, lässt sich nicht pauschal sagen. Fahrstil, Fahrzeuggewicht, Streckenprofil, Beladung und die Qualität der verbauten Komponenten beeinflussen den Verschleiß erheblich. Wer die typischen Warnzeichen frühzeitig erkennt, kann Folgeschäden vermeiden und die Betriebssicherheit seines Fahrzeugs erhalten.

Welche Aufgabe haben Bremsbeläge und Bremsscheiben?

Beim Bremsen werden die Bremsbeläge gegen die Bremsscheiben gedrückt. Durch die dabei entstehende Reibung wird das Fahrzeug verzögert.

Bei jedem Bremsvorgang entsteht Verschleiß:

  • Die Reibschicht der Bremsbeläge wird dünner.
  • Die Bremsscheiben verlieren Material.
  • Hitze und Witterung beanspruchen die Oberfläche.
  • Schmutz, Feuchtigkeit und Streusalz können Korrosion verursachen.

Bremsbeläge und Bremsscheiben sollten deshalb immer als zusammenarbeitendes System betrachtet werden.

1. Schleifende oder metallische Geräusche

Ein leichtes Quietschen kann verschiedene Ursachen haben und muss nicht immer auf einen Defekt hinweisen. Deutliches Schleifen, Kratzen oder metallische Geräusche sollten jedoch sofort überprüft werden.

Sind die Bremsbeläge vollständig verschlissen, kann die Trägerplatte direkt auf der Bremsscheibe reiben. Dadurch kann die Scheibe innerhalb kurzer Zeit stark beschädigt werden.

In diesem Fall sollte das Fahrzeug möglichst nicht weiter im normalen Straßenverkehr bewegt und die Bremsanlage fachgerecht geprüft werden.

2. Die Bremsleistung lässt nach

Benötigt das Fahrzeug einen längeren Bremsweg oder muss das Bremspedal stärker betätigt werden, kann ein Problem an der Bremsanlage vorliegen.

Mögliche Ursachen sind unter anderem:

  • verschlissene Bremsbeläge
  • beschädigte oder überhitzte Bremsscheiben
  • festsitzende Bremssättel
  • Luft oder Feuchtigkeit im Bremssystem
  • Probleme mit der Bremsflüssigkeit
  • technische Defekte an weiteren Bremskomponenten

Eine nachlassende Bremswirkung sollte niemals ignoriert werden.

3. Das Lenkrad vibriert beim Bremsen

Spürbare Vibrationen am Lenkrad oder am Bremspedal können auf ungleichmäßig abgenutzte oder verzogene Bremsscheiben hinweisen.

Typischerweise treten die Vibrationen besonders beim Bremsen aus höherer Geschwindigkeit auf. Auch Ablagerungen, Korrosion oder unterschiedliche Reibwerte auf der Bremsscheibe können dafür verantwortlich sein.

Die Ursache sollte in einer Werkstatt geprüft werden, da Vibrationen auch von Radaufhängung, Reifen oder Fahrwerk stammen können.

4. Das Fahrzeug zieht beim Bremsen zu einer Seite

Zieht das Fahrzeug beim Bremsen deutlich nach links oder rechts, kann die Bremskraft an den Rädern unterschiedlich sein.

Mögliche Ursachen sind:

  • einseitig verschlissene Bremsbeläge
  • schwergängige Führungen
  • ein festsitzender Bremssattel
  • eine beschädigte Bremsscheibe
  • Probleme an Fahrwerk oder Reifen

Auch hier ist eine zeitnahe fachgerechte Prüfung erforderlich.

5. Die Bremsen quietschen dauerhaft

Kurzzeitige Geräusche nach Regen, längerer Standzeit oder einer Fahrzeugwäsche können durch oberflächlichen Rost entstehen und nach einigen Bremsvorgängen verschwinden.

Bleibt das Quietschen dauerhaft bestehen, können folgende Ursachen vorliegen:

  • verschlissene Bremsbeläge
  • verglaste Reibflächen
  • verschmutzte Kontaktflächen
  • falsche oder ungeeignete Bremsenteile
  • fehlende oder beschädigte Anbauteile
  • ungleichmäßige Abnutzung

Dauerhafte Bremsgeräusche sollten deshalb nicht nur als störend betrachtet, sondern technisch überprüft werden.

6. Die Bremswarnleuchte leuchtet

Moderne Fahrzeuge können über Verschleißsensoren oder elektronische Überwachungssysteme verfügen. Leuchtet eine Bremswarnleuchte im Kombiinstrument auf, sollte die Ursache anhand der Betriebsanleitung und durch eine Fachwerkstatt geklärt werden.

Je nach Fahrzeug kann die Anzeige unter anderem auf Folgendes hinweisen:

  • verschlissene Bremsbeläge
  • niedrigen Bremsflüssigkeitsstand
  • eine angezogene Feststellbremse
  • einen Fehler im Bremssystem
  • eine Störung von ABS oder elektronischen Assistenzsystemen

Eine Warnleuchte sollte nicht ohne Diagnose zurückgesetzt oder ignoriert werden.

7. Sichtbare Riefen, Risse oder starke Korrosion

Bei einer Sichtprüfung können deutliche Beschädigungen an der Bremsscheibe auffallen.

Dazu gehören:

  • tiefe Riefen
  • starke Rostbildung
  • ungleichmäßige Oberflächen
  • bläuliche Verfärbungen durch Überhitzung
  • sichtbare Risse
  • stark ausgeprägte Kanten am äußeren Rand

Ob eine Bremsscheibe noch verwendet werden kann, hängt unter anderem von ihrem Zustand und der vorgeschriebenen Mindestdicke ab. Die Messung sollte mit geeignetem Werkzeug erfolgen.

8. Die Bremsbeläge sind deutlich abgenutzt

Bremsbeläge besitzen eine begrenzte Reibschicht. Ist diese zu dünn, müssen die Beläge ersetzt werden.

Eine reine Sichtprüfung ist nicht bei jedem Fahrzeug ohne Demontage möglich. Außerdem kann sich der innere Bremsbelag stärker abnutzen als der von außen sichtbare Belag.

Deshalb sollten bei der Kontrolle immer alle Beläge einer Achse berücksichtigt werden.

Müssen Bremsbeläge und Bremsscheiben gemeinsam gewechselt werden?

Nicht bei jedem Bremsbelagwechsel müssen automatisch die Bremsscheiben ersetzt werden. Die Scheiben können weiterverwendet werden, wenn sie technisch einwandfrei sind, keine starken Schäden aufweisen und ihre Mindestdicke noch nicht unterschritten haben.

Ein gemeinsamer Austausch ist häufig sinnvoll oder erforderlich, wenn:

  • die Bremsscheiben stark eingelaufen sind
  • tiefe Riefen vorhanden sind
  • die Mindestdicke erreicht wurde
  • die Scheiben verzogen oder beschädigt sind
  • starke Korrosion vorliegt
  • Beläge und Scheiben nicht mehr sauber zusammenarbeiten

Neue Bremsbeläge sollten nicht auf stark beschädigten Bremsscheiben montiert werden.

Bremsenteile immer achsweise erneuern

Bremsbeläge und Bremsscheiben sollten grundsätzlich achsweise ersetzt werden.

Das bedeutet:

  • beide Bremsscheiben der Vorderachse gemeinsam wechseln
  • beide Bremsscheiben der Hinterachse gemeinsam wechseln
  • Bremsbeläge immer als vollständigen Satz für eine Achse erneuern

Dadurch wird eine möglichst gleichmäßige Bremswirkung auf der linken und rechten Fahrzeugseite unterstützt.

Was bedeuten VA und HA?

Bei der Auswahl von Bremsenteilen werden häufig die Abkürzungen VA und HA verwendet:

  • VA bedeutet Vorderachse.
  • HA bedeutet Hinterachse.

Bremsbeläge und Bremsscheiben der Vorder- und Hinterachse unterscheiden sich in der Regel in Abmessungen, Form und technischer Ausführung. Die Einbauposition muss deshalb unbedingt beachtet werden.

Ein typisches Komplettset für eine Achse besteht aus:

  • 2 Bremsscheiben
  • 1 Bremsbelagssatz

Ein Komplettset für Vorder- und Hinterachse enthält entsprechend vier Bremsscheiben und jeweils einen Bremsbelagssatz für VA und HA.

Elektro-, Hybrid- und REEV-Fahrzeuge: Bremsen trotz Rekuperation prüfen

Elektro-, Hybrid- und REEV-Fahrzeuge nutzen häufig die Rekuperation. Dabei wird ein Teil der Verzögerung über den elektrischen Antrieb erzeugt und Energie zurückgewonnen.

Dadurch werden die mechanischen Bremsen teilweise weniger beansprucht. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie wartungsfrei sind.

Bei geringer Nutzung können unter anderem folgende Probleme auftreten:

  • Korrosion an den Bremsscheiben
  • schwergängige Führungen
  • ungleichmäßiger Belagkontakt
  • Rostbildung durch Feuchtigkeit
  • eingeschränkte Beweglichkeit einzelner Komponenten

Auch bei elektrifizierten Fahrzeugen sollte die Bremsanlage daher regelmäßig kontrolliert werden.

Die richtige Teilenummer ist entscheidend

Selbst innerhalb einer Modellreihe können unterschiedliche Bremsanlagen verbaut sein. Unterschiede können sich beispielsweise ergeben durch:

  • Baujahr
  • Facelift oder Vor-Facelift
  • Motorisierung
  • Fahrzeuggewicht
  • Ausstattung
  • Achsausführung
  • Antriebsart
  • Markt- oder Ländervariante

Vor der Bestellung sollten deshalb die OE-Nummer, Fahrzeugdaten und Einbauposition geprüft werden.

Hilfreiche Angaben sind:

  • Marke und Modell
  • Baujahr
  • Fahrgestellnummer beziehungsweise FIN/VIN
  • Vorder- oder Hinterachse
  • vorhandene OE-Nummer
  • Durchmesser und Ausführung der Bremsscheibe
  • Foto des ausgebauten Bauteils

Warum die FIN bei der Ersatzteilsuche hilft

Die Fahrgestellnummer ermöglicht eine wesentlich genauere Fahrzeugzuordnung als die Modellbezeichnung allein.

Gerade bei Marken wie BAIC, DFSK, DFM Forthing, JAC, MAXUS, SWM, Zhidou oder Elaris können innerhalb einer Baureihe verschiedene Komponenten verbaut sein.

Wer bei einer Ersatzteilanfrage die FIN, eine vorhandene Teilenummer und ein Foto übermittelt, erleichtert die Suche nach dem passenden Bauteil erheblich.

Bremsen fachgerecht montieren lassen

Arbeiten an der Bremsanlage sind sicherheitsrelevant. Der Austausch sollte deshalb durch eine qualifizierte Fachkraft erfolgen.

Bei der Montage müssen unter anderem folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Zustand von Bremssätteln und Führungen
  • korrekte Reinigung der Anlageflächen
  • vorgeschriebene Anzugsdrehmomente
  • Zustand der Bremsleitungen und Schläuche
  • Verschleißsensoren
  • Freigängigkeit beweglicher Bauteile
  • korrekte Montage von Haltefedern und Zubehör
  • Prüfung der Bremsflüssigkeit
  • sachgemäßes Einbremsen neuer Komponenten

Nach dem Austausch sollte die Bremsanlage vollständig geprüft werden.

Bremsenteile bei RED-DRAGON-PARTS

Bei RED-DRAGON-PARTS finden Sie Bremsenteile für zahlreiche asiatische Fahrzeugmarken und Modelle.

Je nach Fahrzeug und Verfügbarkeit führen beziehungsweise beschaffen wir:

  • Bremsbeläge für Vorder- und Hinterachse
  • Bremsscheiben
  • Bremsbacken
  • Bremstrommeln
  • Komplettsets für eine Achse
  • Komplettsets für Vorder- und Hinterachse
  • weitere Komponenten der Bremsanlage

Ist das benötigte Ersatzteil noch nicht direkt im Onlineshop gelistet, kann eine individuelle Anfrage mit Fahrgestellnummer und OE-Nummer gestellt werden.

Fazit: Warnzeichen frühzeitig ernst nehmen

Geräusche, Vibrationen, nachlassende Bremswirkung oder sichtbare Schäden sollten nicht ignoriert werden. Eine rechtzeitige Kontrolle kann größere Folgeschäden verhindern und trägt zur Sicherheit des Fahrzeugs bei.

Achten Sie insbesondere auf:

  • ungewöhnliche Geräusche
  • Vibrationen
  • nachlassende Bremsleistung
  • einseitiges Ziehen
  • Warnanzeigen
  • sichtbaren Verschleiß
  • starke Korrosion

Sie benötigen passende Bremsbeläge, Bremsscheiben oder ein komplettes Bremsenset? Senden Sie RED-DRAGON-PARTS Ihre Fahrzeugdaten, Fahrgestellnummer und vorhandene OE-Nummer. Wir prüfen die passende Ausführung für Ihr Fahrzeug.

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